H. N. Werkman. Eine Biografie in Jahreszahlen

1882-1900
Jugendjahre

1900-1907
Werkman als Journalist

1908-1922
Die Druckerei

1923-1940
Künstlerschaft

1940-1945
'De Blauwe Schuit'

 

 

1923
Werkman nimmt mit u.a. den Gemälden Begrafenis (Begräbnis; verloren gegangen) und zwei Stillleben, beide mit den Titel Zonnebloemen (Sonnenblumen; Groninger Museum und Stedelijk Museum, Amsterdam) an verschiedenen Ausstellungen bei Pictura teil.
Werkmans erste Druksels (Drucke) entstehen; er rollt Setzmaterial mit Tinte ein und druckt dies unter der Handpresse ab. So entstehen in Auflagen Schoorstenen 1 (Schornstein 1; u.a. Gemeentemuseum, Den Haag) und Schoorstenen 2 (Schornstein 2; u.a. Stedelijk Museum, Amsterdam). Ungefähr zur gleichen Zeit produziert er auf seine Schreibmaschine Tiksels (Tippereien).
Im September verbreitet Werkman Aanvang van het violette jaargetijde (Beginn der violetten Jahreszeit), die Ankündigung der ersten (noch namenlosen) Nummer der avantgardistischen Zeitschrift The Next Call, die am 22. September an Ploeg-Mitglieder und Freunde verschickt wird. Nummer 2 von The Next Call kommt am 6. Oktober heraus und enthält u.a. einen Artikel von Jan Wiegers.
 
1924
In der ersten Hälfte dieses Jahres erscheinen die Ausgaben 3 und 4 von The Next Call mit Beiträgen von Werkmans Freunden Job Hansen und Jan Wiegers. Nummer 5 wird im Sommer dieses Jahres verschickt; diesmal auch an ausländische Kontakte, die Werkman zu einem späteren Zeitpunkt des Jahres in The Next Call Nummer 6 auflistet. Es folgen Reaktionen von A. Černik, Michel Seuphor und I.K. Bonset, alias Theo van Doesburg.
Auf der De Ploeg-Ausstellung verkauft Werkman Portret van een voerman (Porträt eines Fuhrmanns; Privatsammlung) an Job Hansen.
 
1925
Im Oktober stellt De Ploeg bei Pictura aus. Werkman stellt zum ersten Mal seine Druksels (Drucke) aus, u.a. Compositie (Komposition; HP-25/26-12, Stedelijk Museum, Amsterdam).
 
Das Speicherhaus Lage der A 13. Die Druckerei befand sich im zweiten und dritten Stock, auf der rechten Seite des Gebäudes.
 
 

1925-1926
Werkman bringt noch drei Nummern von The Next Call heraus. Die letzte Ausgabe (9) erscheint im November 1926. Der wichtigste Kontakt, der Werkman durch die Veröffentlichung von The Next Call erhalten bleibt, ist der zu dem belgischen Schriftsteller, Künstler und Kunsthistoriker Michel Seuphor (1901-1999), der sich 1925 in Paris niederlässt. Werkman schickt ihm Drucke und korrespondiert mit ihm bis ins Jahr 1930 hinein.

1926-1927

Die finanziellen Schwierigkeiten der Druckerei halten an. Werkman schließt einen Vergleich mit seinem wichtigsten Gläubiger, Schriftgießerei ‘Amsterdam’, und kann einen Konkurs verhindern.

1927
Werkman entwirft und druckt De Ploeg Groningen Holland 1927 mit einem deutschen Text von Johan Dijkstra und Reproduktionen von Werken verschiedener Ploeg-Mitglieder. Werkman ist mit zwei Gemälden vertreten: Dorpsstraat (Dorfstraße; Stedelijk Museum, Amsterdam) und Start (Verbleib unbekannt). 
 
 
Zwei Seiten aus The Next Call Nummer 9 (G-104a), der im November 1926 erschien.
 
 
1928
Werkman entwirft und druckt Het boek van Trijntje Soldaats (Das Buch von Trijntje Soldaats) mit Holzschnitten von Johan Dijkstra, herausgegeben von P. Noordhoff.
 
1929
Ende August reist Werkman mit Jan Wiegers über Essen und Köln nach Paris. Sie besuchen das Folkwang Museum in Essen, wo Werkman die Kirchner-Sammlung sehen will, und in Paris besuchen sie täglich den Louvre. Werkman ist hier vor allem beeindruckt von Rembrandts Portret van Hendrickje Stoffels (Porträt von Hendrickje Stoffels) und der Pietà de Villeneuve-lès-Avignon von Enguerrand Quarton.
Werkman experimentiert mit neuen Techniken für seine Drucke: Er trägt die Tinte direkt mit der Tintenwalze auf das Papier auf und benutzt die Ränder der Walze, um Linien zu zeichnen. Ein frühes Beispiel dieser Technik ist die Reihe Métro.
 
Werkmans Reisepass, den er im August 1929 für seine Reise nach Köln, Essen und Paris beantragt hatte.
 
1930
Im Februar druckt Werkman Het Boek van Minne Koning (Das Buch von Mine Koning) mit Holzschnitten von Johan Dijkstra, wie Het boek van Trijntje Soldaats (Das Buch von Trijntje Soldaats) eine Ausgabe von P. Noordhoff.
Am 18. April öffnet die von Seuphor organisierte Ausstellung Cercle et Carré in der Galerie 23 in Paris ihre Pforten. Neben zwei Drucken von Werkman werden Werke von Hans Arp, Piet Mondriaan, Wassily Kandinsky und Friedrich Vordemberge-Gildewart gezeigt.
Im Juni wird die Ehe mit Nell Supheert geschieden.
 
1931
Werkmans Mutter stirbt.
Werkman gerät unter den Eindruck von Gauguin und schmiedet den Plan, sich mit ein paar Leuten auf Tahiti niederzulassen, verwirft aber den Plan, nachdem er sich hierüber von einem Experten hatte informieren lassen.
Im polnischen Łodz wird das Muzeum Sztuki eröffnet - ein Museum für moderne Kunst, das durch Schenkungen des Künstlers zustande kam. Werkman ist Dank Seuphors vertreten, der sein Exemplar des Druckes Schoorstenen 2 (Schornstein 2) zur Verfügung stellt.
 
1932
Im Oktober und November bringt Werkman zwei Manifeste heraus: Proclamatie (Verkündigung) und Proclamatie 2 (Verkündigung 2).
 
1933
Die Künstlergruppe De Ploeg feiert ihr 15-jähriges Bestehen und organisiert im März eine internationale Ausstellung in Fongers’ Rijschool, die Werkman zusammen mit Tochter Fie besucht. Hier hängen Werke von Picasso, Chagall, Modigliani, De Chirico, Kandinsky, Klee, Léger, Kokoschka, Munch und Permeke. Die Ploeg-Mitglieder sind ebenfalls mit Werken vertreten: von Werkman is Start (Verbleib unbekannt) zu sehen.
 
1934
Werkman lernt Margaretha Cornelia (Greet) van Leeuwen (1898-1990) kennen.
 
1935
Werkman bringt die Schablonentechnik in der Serie Hot Printing zum Einsatz. In den Jahren 1935-1937 schafft er auch die Reihe Zuidzee-eiland (Südsee-Insel) und einen politisch angehauchten Druck, Words, words, words (Stedelijk Museum, Amsterdam).
 
1936
Werkman druckt in diesem Jahr u.a. das Heft Pesach 1936 (Passah 1936) und die Ploeg-Ausgabe Blauw blauw blauw (Blau blau blau).
Am 5. November heiraten Werkman und Greet van Leeuwen.
 
1937
Im Februar druckt Werkman eine Einladung für eine Versammlung von De Ploeg mit dem provozierenden Leitspruch ‘Dada is dood’ (Dada ist tot).
 
1938
Auf der Jubiläums-Ausstellung von De Ploeg, im April/Mai in Utrecht, hängen Drucke von Werkman.
Im Sommer fährt Werkman für drei Tage mit Greet nach Amsterdam, wo sie das Stedelijk Museum und Rijksmuseum, Artis und den Vondelpark besuchen; ferner machen sie auch einen Abstecher nach Otterlo ins Kröller-Müllermuseum.
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens von De Ploeg druckt Werkman im September das Büchlein Preludium. Der Text ist eine Reaktion auf das Vrije-Bladen-Heft De Ploeg 20 jaar von Hendrik de Vries und Johan Dijkstra. Auf der fünfjährlichen Ausstellung bei Pictura im Herbst werden drei Gemälde von Werkman präsentiert, u.a. Gesprek (Gespräch, Privatsammlung) und Gestoord gesprek (Gestörtes Gespräch; Groninger Museum).
Ende 1938 lernt Willem Sandberg, Konservator und später Direktor des Stedelijk Museum in Amsterdam, über Jan Wiegers Werkmans Werk kennen. Sandberg bemüht sich in den darauf folgenden Jahren, die Arbeiten Werkmans zu promoten.
 
1939
Im Februar erscheint ein Artikel des Ploeg-Mitglieds Jan Jordens über Werkman in der Kroniek van hedendaagsche kunst en kultuur (Chronik der zeitgenössischen Kunst und Kultur).
Dank Sandberg kann Werkman vom 28. Oktober bis 18. November eine Ausstellung im Kunstzaal Helen Spoor in Amsterdam veranstalten. Hier sind in erster Linie seine Drucke zu sehen. Werkman druckt selbst die Einladung und eine Erläuterung seiner Technik.
 

1882-1900
Jugendjahre

1900-1907
Werkman als Journalist

1908-1922
Die Druckerei

1923-1940
Künstlerschaft

1940-1945
'De Blauwe Schuit'